Antigone

Antigone

Team

Regie: Charlotte Zilm
Bühne:
Kathrine von Hellermann
Kostüme: Yvette Schuster
Dramaturgie: AK Schulz
Antigone: Uta Holst-Ziegler
Kreon: Uwe Schmieder
Ismene: Bettina Lieder
Teiresias, Polyneikes: Sebastian Graf
Wächter, Chorführer: Christoph Jöde
Haimon: Frank Gemser
und der Dortmunder Sprechchor

Bilder

Presse

Ein Spiel über Macht und Ohnmacht, über Starrsinn und Widerstand, über die maßlose Hybris der Herrschenden und die falsche Bescheidenheit der Beherrschten. Das alles war Sophokles’ Tragödie schon unzählige Male, aber in Charlotte Zilms Bearbeitung entwickeln diese Gegensätze noch einmal eine geradezu archaische Eindringlichkeit.
…die Protagonisten stehen ständig von allen Seiten unter Beobachtung… Der Chor, der allein durch seine zahlenmäßige Stärke zu einer eigenen Größe wird,  schafft ein neues Kräfteverhältnis in dieser Aufführung. Sowohl Uwe Schmieders Kreon, ein zynischer Usurpator der Macht, wie auch Uta Holst-Ziegelers Antigone, eine Fanatikerin aus tiefster Überzeugung, spielen ständig mit diesem Chor, der zugleich eine Wand ist, vor die sie fortwährend laufen.
…Der Chor verharrt stur in seiner Beobachterrolle und in seiner Untätigkeit. Das Volk lässt sich unterdrücken, aber nicht regieren. Damit ist Sophokles’ Tragödie in der Welt der anbrechenden Post-Demokratie angekommen. …(Kreon) erinnert an autokratische Politiker à la Putin und Berlusconi. Männer wie er fordern den letztlich genauso lebensverachtenden Dogmatismus von Rebellen wie Antigone praktisch heraus.
… Insofern bleibt den Toten gar nichts anderes übrig, als für sich selbst und für eine menschlichere Ordnung zu sprechen. So schlägt Charlotte Zilms Inszenierung am Ende ihre wunderlichste und zugleich wundervollste Volte. Sebastian Graf (Polyneikes), dem das Begräbnis von Kreon verwehrt wurde, steht in der Gestalt des alten blinden Sehers Tereisias wieder von den Toten auf und hält sein Plädoyer für Vernunft und Weitsicht, um sogleich wieder… neben seiner mittlerweile toten Schwester Antigone zu Boden zu sinken.
(www.kulturkenner.de, 6.2.)

Zilm schafft es, mit geschickt platzierten Effekten und guten Schauspielern, das antike Drama mit sanfter Hand zu modernisieren.
(innenstadt-ostblog.de, 6.2.)

Schön, am schönsten die Idee, den vom Boten dirigierten Sprechchor im Publikum versteckt zu halten, bis er losbrüllt: Strahl der Sonne! Das weckt ein Wir-sind-der-Chor-Gefühl unter den richtigen Zuschauern.
(WAZ, 6.2.)

…mehr als sehenswert. (trailer, März)